Zu einem Pressegespräch über den aktuellen Stand der Staatsstraßenprojekte im Landkreis Cham hatte der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf, MdB, in diesen Tagen eingeladen. Als Gesprächspartner standen der neue Amtsleiter des Staatlichen Bauamtes Regensburg, Thomas Sendtner, Baudirektor Dr. Richard Bosl sowie Bereichsleiter Michael Breu zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen laufende und künftige Straßenbaumaßnahmen sowie die langfristige Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Landkreis Cham.
Der Abgeordnete unterstrich dabei die besondere Rolle des Straßennetzes im Landkreis Cham. „Anders als viele andere Regionen verfügen wir über keine Autobahn. Deshalb übernehmen unsere Staats- und Bundesstraßen eine zentrale Funktion für die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger sowie für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landkreises“, so Dr. Hopp.
Besonderen Dank richtete er an Baudirektor Dr. Richard Bosl: „Dr. Bosl ist seit vielen Jahren ein echter Kämpfer für das Straßennetz im Landkreis Cham. Sein großer Einsatz und seine Hartnäckigkeit haben wesentlich dazu beigetragen, dass zahlreiche Projekte umgesetzt werden konnten.“ Ebenso dankte Dr. Hopp dem gesamten Staatlichen Bauamt für die hervorragende Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit. Gleichzeitig kündigte er an, sich auch künftig im Bayerischen Landtag für eine gute finanzielle Ausstattung des Staatsstraßenbaus einzusetzen.
Martina Englhardt-Kopf hob ebenfalls die zentrale Bedeutung leistungsfähiger Verkehrswege hervor. Gut ausgebaute Staats- und Bundesstraßen seien für die Erreichbarkeit des ländlichen Raums, für Pendler, Unternehmen und den Tourismus von entscheidender Bedeutung. Gerade für eine Grenzregion wie den Landkreis Cham bleibe eine moderne Verkehrsinfrastruktur ein wichtiger Standortfaktor.
Dr. Bosl: Investitionen zeigen Wirkung
In seiner Präsentation stellte Baudirektor Dr. Richard Bosl die aktuelle Situation des Staatsstraßennetzes im Landkreis Cham vor. Dabei machte er deutlich, dass in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Mittel in Erhalt und Ausbau investiert wurden und diese Investitionen nun sichtbar Wirkung zeigen. Gleichzeitig verwies er auf die Herausforderungen durch steigende Bau- und Entsorgungskosten.
Schwerpunktprojekt: Ortsumfahrung Traidersdorf
Einen besonderen Stellenwert nimmt die Ortsumfahrung Traidersdorf im Zuge der Staatsstraße 2132 ein. Das Projekt gehört zu den wichtigen Infrastrukturvorhaben im Landkreis. Die Umfahrung soll langfristig zur Entlastung der Ortsdurchfahrt beitragen, die Verkehrssicherheit erhöhen und die Lebensqualität der Anwohner verbessern. Dr. Bosl machte deutlich, dass das Vorhaben weiterhin konsequent verfolgt wird und der Bau voraussichtlich im Frühjahr 2027 beginnen wird.
Umfangreiches Bauprogramm
Ebenso positiv fiel der Blick auf die aktuell laufenden Maßnahmen aus. So wird derzeit die Fahrbahnsanierung der Staatsstraße 2139 zwischen Bad Kötzting, Wettzell und der Landkreisgrenze umgesetzt. Auf einer Länge von rund 4,6 Kilometern fließen hierfür rund 777.000 Euro in die Verbesserung der Strecke.
Ein weiteres Großprojekt ist der 3. Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Geigant an der Staatsstraße 2146. Die Maßnahme mit einem Auftragsvolumen von rund 1,8 Millionen Euro wird gemeinsam mit der Stadt Waldmünchen umgesetzt. Allein der kommunale Kostenanteil beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro.
Auch in Roding wird investiert. So wird die Falkensteiner Straße im Zuge der Staatsstraße 2147 im Rahmen eines ersten Bauabschnitts saniert. Darüber hinaus erfolgt die Sanierung des Kreisverkehrsplatzes an der Staatsstraße 2650. Ergänzt werden diese Projekte durch zahlreiche kleinere Instandsetzungs- und Flickstellenmaßnahmen im gesamten Landkreis. Insgesamt umfasst das aktuelle Maßnahmenpaket ein Volumen von über drei Millionen Euro.
Klare Prioritäten für die kommenden Jahre
Für die Jahre 2027 und 2028 stellte Dr. Bosl eine Reihe weiterer Vorhaben vor, die Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Im Bereich der Fahrbahnsanierungen stehen unter anderem folgende Projekte auf der Prioritätenliste:
- Sanierung der Ortsdurchfahrt Pösing (St 2040),
- Fahrbahnsanierung zwischen Chamerau und Lederdorn (St 2132),
- Sanierung der Strecke Radling - Cham (St 2146),
- Fahrbahnsanierung der Ortsumfahrung Lam und der Ortsdurchfahrt Englshütt (St 2154),
- Sanierung bei Schergendorf (St 2153),
- Sanierung bei Premeischl (St 2150),
- Sanierung bei Mackenschleif (St 2650).
Darüber hinaus sollen wichtige Radwegeprojekte vorangetrieben werden. Vorgesehen sind unter anderem der Radweg zwischen Ränkam und Furth im Wald sowie der zweite Bauabschnitt zwischen Geigant und Zillendorf. Insgesamt beläuft sich das geplante Investitionsvolumen für diese Vorhaben auf mehrere Millionen Euro.
Bürger frühzeitig einbinden
Für Dr. Hopp ist dabei ein Aspekt besonders wichtig: „Große Straßenbauprojekte benötigen Zeit, Rückhalt und Verständnis. Deshalb ist es entscheidend, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mitzunehmen und transparent über Planungen und Abläufe zu informieren.“
In diesem Zusammenhang dankte Hopp dem Staatlichen Bauamt ausdrücklich auch für die erfolgreich umgesetzten Baumaßnahmen auf der Staatsstraße 2154 zwischen Lohberg und dem Großen Arber. Die umfassende Fahrbahnsanierung sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie durch gezielte Investitionen die Verkehrssicherheit verbessert und die Infrastruktur in einer touristisch besonders wichtigen Region nachhaltig gestärkt werden könne. Die Maßnahme leiste einen wichtigen Beitrag für Einheimische, Pendler und Gäste gleichermaßen.
Das Pressegespräch machte deutlich: Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen wird im Landkreis Cham kontinuierlich in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Mit laufenden Sanierungen, wichtigen Ausbauprojekten und klar definierten Prioritäten für die kommenden Jahre sehen die Beteiligten den Landkreis auf einem guten Weg. „Es geht sichtbar voran“, fasste Dr. Hopp zusammen. „Unser Ziel bleibt ein leistungsfähiges, sicheres und modernes Straßennetz für die Menschen im Landkreis Cham.“
