Im Rahmen der bayernweiten „Woche der Ausbildung“ besuchte der Chamer Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp auch in diesem Jahr gemeinsam mit Martin Simmeth, Mitglied der Vorstandschaft der Kreishandwerkerschaft Cham sowie der Geschäftsführerin Rosmarie Tragl-Kraus, zwei Ausbildungsbetriebe in Wald. Zuvor hatten sie in Roding beim Friseur-Salon Ring und der Schreinerei Juglreiter Station gemacht. Begleitet wurde die Delegation von Bürgermeisterin Barbara Haimerl. Ziel der Besuche war es, sich ein umfassendes Bild von der Ausbildungssituation im Handwerk zu machen und den Dialog mit den Betrieben vor Ort zu stärken.
Tradition und Innovation bei der Bäckerei Soller
Erster Anlaufpunkt war die Bäckerei Soller, die von Petra und Franz Soller geführt wird und sich über mehr als drei Jahrzehnte hinweg als feste Größe im regionalen Bäckerhandwerk etabliert hat. Der Betrieb steht für hochwertige Backkunst aus ausgewählten, regionalen Rohstoffen, die mit großer Sorgfalt und viel handwerklichem Geschick verarbeitet werden – vom Kneten über das Formen bis hin zur liebevollen Verzierung der Backwaren.
Franz Soller, der sich zum Brotsommelier weitergebildet hat und Erfahrungen in der Schweiz sowie in Frankreich sammeln konnte, berichtete von seiner Leidenschaft für das Bäckerhandwerk. Als Brotbotschafter setzt er sich dafür ein, die Vielfalt und Qualität von Brot stärker ins Bewusstsein zu rücken. „Die Wissbegierde treibt mich jeden Tag an, unser Handwerk weiterzuentwickeln“, so Soller. Besonders hob er die Bedeutung moderner Herstellungsverfahren hervor: „Sauerteig war gestern – heute steht die Fermentation im Fokus.“
Durch die gezielte Fermentation werden wichtige Mineralstoffe und Nährstoffe für den menschlichen Körper besser verfügbar gemacht. Zugleich erhöhen sich die Bekömmlichkeit und Haltbarkeit der Produkte auf natürliche Weise, während gleichzeitig gesundheitliche Vorteile entstehen. Dieses Zusammenspiel aus traditioneller Handwerkskunst und moderner Erkenntnis prägt die Philosophie des Betriebs.
Die Bäckerei beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter sowie einen Auszubildenden und hat in den vergangenen Jahren insgesamt 34 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet. Mit Blick auf technologische Entwicklungen stellte Soller klar: „Künstliche Intelligenz kann in unserem Beruf den Menschen nicht ersetzen – wir setzen auf menschliche und emotionale Intelligenz.“
Handwerk mit Zukunft bei der Firma Walter Mauerer Haustechnik GmbH
Im Anschluss besuchte die Delegation die Walter Mauerer Haustechnik GmbH, die heute von Michaela und Stephan Artmann geführt wird. Der Traditionsbetrieb wurde 1968 gegründet und hat sich über mehrere Generationen stetig weiterentwickelt. Heute ist das Unternehmen im Bereich Heizungsbau sowie Lüftungs- und Klimatechnik vor allem in der Region Cham und Regensburg tätig.
Stephan Artmann, der seit 2015 an der Geschäftsführung beteiligt ist, und Michaela Artmann, die seit 2025 Verantwortung übernimmt, gaben Einblicke in die Entwicklung des Familienunternehmens. Der Betrieb beschäftigt aktuell vier Mitarbeiter sowie zwei Auszubildende im Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und bietet vielfältige Perspektiven.
Gemeinsam mit Innungsobermeister Tobias Scherner wurde die breite Palette an Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk hervorgehoben – vom Meister über den Techniker bis hin zu einem anschließenden Studium. Zudem unterstrichen die Gesprächspartner die guten Verdienstmöglichkeiten und die hohe Nachfrage im Handwerk. „Unsere Auftragsbücher sind voll“, bekräftigte Artmann, der zugleich Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie und den Wunsch nach mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten ansprach.
Handwerk als Rückgrat der Region
Wie in den vergangenen Jahren war Dr. Gerhard Hopp auch heuer im Rahmen der Aktionswoche im Landkreis Cham unterwegs, um sich vor Ort ein Bild zu machen und direkt mit Betrieben ins Gespräch zu kommen. Die Eindrücke in Roding und Wald bestätigten einmal mehr die große Bedeutung des Handwerks für die Region.
„Das Handwerk sichert Arbeitsplätze, bildet junge Menschen aus und sorgt für Wertschöpfung vor Ort. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer regionalen Identität und wirtschaftlichen Stärke“, betonte Dr. Hopp. Gleichzeitig sprach er den Betrieben seine hohe Anerkennung aus.
Die Bäckerei Soller und die Firma Artmann seien hervorragende Beispiele für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des Handwerks. „Die Familien Soller und Artmann stehen mit ihrem Engagement, ihrer Qualität und ihrer Ausbildungsleistung exemplarisch für viele Betriebe im Landkreis Cham. Sie investieren nicht nur in ihre Unternehmen, sondern vor allem in die Zukunft junger Menschen“, unterstrich der Abgeordnete.
Gemeinsam mit Bürgermeisterin Barbara Haimerl sowie den Vertretern der Kreishandwerkerschaft zeigte sich der Abgeordnete beeindruckt von den Einblicken vor Ort. Ein besonderer Dank galt zudem Rosmarie Tragl-Kraus für die Organisation der Termine.
Die Besuche machten deutlich: Das Handwerk im Landkreis Cham ist bestens aufgestellt, zugleich aber auch auf gute Rahmenbedingungen angewiesen. Dr. Hopp sicherte zu, die Anliegen der Betriebe weiter in die politische Arbeit einzubringen und sich weiterhin für eine starke berufliche Bildung einzusetzen. „Unsere Handwerksbetriebe verbinden Tradition mit Innovation, schaffen Perspektiven und prägen unsere Heimat – dafür gebührt ihnen große Wertschätzung“, betonte Dr. Hopp abschließend.
